Geschafft! 24-h-Rennen Grieskirchen finished 7./8.Juli 2012

Sonntag 12:37 Uhr, die Hände gehen hoch, ein Jubelschrei. Sich kurz fühlen wie ein Tour-de-France Sieger. Dann gleich Umarmung mit meinen Betreuern und nur noch happy. Ein lange gehegter Wunsch und Traum ging in Erfüllung:
„Ein 24-Stunden-Rennen“ durchzufahren.

Die letzten Tage vor dem Rennen war ich ziemlich angespannt und nervös. Wußte ich doch überhaupt nicht, was auf mich zukommt. Zuerst galt es aber organisatorisch alles halbwegs auf die Reihe zu bringen und alles zusammenzupacken was ich womöglich brauchen könnte. Dann in Grieskirchen noch den Stellplatz für meinen VW-Bus
checken und dann war auch schon Samstag 12:00 Uhr und dann hies es wirklich: Start frei für 24 Stunden. 120 Einzelstarter machten sich auf den Weg. Das Wetter war perfekt: ein Mix aus Sonne und Wolken und ca. 25 Grad.
In der ersten Runde ging es gleich ordentlich zur Sache. Ich nicht einmal eingefahren und die total unbekannte Strecke vor mir. Eine Runde waren ca. 22 km und 170 Höhenmeter durch die Orte Grieskirchen-Polham-Schlüsselbach-Bad Schllerbach – Straßberg – Grieskirchen.
War dann gleich erstaunt, wie die ersten Steigungen kamen, da ich eigentlich auf eine halbwegs flache Strecke eingestellt war. Nach 10 km lies ich dann aber gleich mal reissen und bin dann mit ein paar anderen die nächsten 3,4 Runden gefahren. Merkte aber, daß mein Puls zu hoch ist und ich runter muß, also Tempo raus und nur noch auf mich selber schauen. Es sollte sich dann später auch herausstellen, daß das der Schlüssel zum Erfolg werden sollte.
War von meinen Freunden Andi und Mike 24 h immer super betreut, die mir jede Runde Essen und Trinken nach meinen Wünchen reichten.Entlang der Strecke vielerorts Partystimmung und Grillabend. Manche sogar mit Decken bis spät in die Nacht.
 Nach gut 9 Stunden und den Sonnenuntergang vor Augen war dann auch der Genußfaktor da.
Jetzt eine kurze Pause zum Montieren der Beleuchtung für die Nacht, Kleidungswechsel und endlich was gscheits zu essen (Nudeln). Konnte nebenbei sogar noch ein Fußbad nehmen, da meine SIDI-Schuhe schon ziemlich drücken. Alles war perfekt hergerichtet, nur den Hintern mußte ich mir selbst eincremen.
Mit Fortdauer der Nacht wurde es dann immer kälter und nebeliger. Man fühlte sich auf den dunklen Landstraßen teilweise wie bei einem Edgar-Wallace-Krimi.
Freute mich immer riesig, wenn ich bei meiner Labestation im Start-Zielbereich vorbeifahren durfte. Mike und Andi
bekochten mich mit Reis und Suppe.  Als mentale Unterstützung fuhr Mike dann sogar ab 03:30 Uhr drei Runden neben mir her. Wir konnten ein bißchen quatschen und verging die Zeit so wesentlich schneller. Bald schon
hatte Andi dann  Kaffee, frische Brötchen und Marmelade von Carina  als Frühstück hergerichtet und die Beleuchtung konnte auch wieder entfernt werden. So schlimm war die Nacht gar nicht.
Die Straßen und die Orte füllten sich wieder mit Leben und das Ziel nur mehr ein paar Stunden entfernt. Schön langsam
stieg auch noch der Ehrgeiz. In den letzten Stunden wuchs  das Vertrauen in den Körper und wurden mir auch immer wieder die Zwischenstände von meinen Kollegen durchgegeben. War ich bei Einbruch der Dunkelheit noch auf Rang 34., so sah ich jetzt die Chance eventuell noch unter die Top 20 zu kommen. Eigentlich paradox. Zuerst freut man sich, wenn die 24 Stunden fast vorbei sind und dann beschleunigt man nochmals um möglichst vor 12:00 Uhr durchs Ziel zu fahren, denn dann durfte man die Runde noch zu Ende fahren und bekam nochmals die 22 km aufs Habenkonto gebucht und das bei Temperaturen mittlerweile weit über 30 Grad.
So war es dann schon fast 13:00 Uhr als ein wunderschöner Tag zu Ende ging. Hatte mich immer am Puls orientiert, super gute Beine und während der ganzen Zeit keinen Einbruch. Dachte immer „der Mann mit dem Hammer“ wird sicher einmal kommen, aber der hat mich an diesem Tage ausgelassen und so konnte ich mein bisher bestes Rennen fahren.

Fakten: Gefahrene Kilometer: 666,5 Kilometer – Rang 19.

Mein ganzer Dank gilt meinen 2 Freunden und Betreuern : Andi und Mike – Ohne Euch hätt ich es nie geschafft!
und natürlich meiner Frau Carina und den Jungs Simon und Gabriel, die mich bei meinen Radl-Spinnereien immer
unterstützt haben!

       

  

 

 

24 Stunden auf diesen Moment gewartet

 

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