Karrerpass und Sellajoch

kaum zu glauben, wir schreiben den 19.11. und war für heute wieder wunderschönes Herbstwetter prognostiziert. Hr. Steilner ließ sich nicht lange bitte und nahm sich kurzerhand auch frei. Nachdem wir das Auto in Waidruck (kurz nach Klausen) geparkt haben, starteten wir erstmal etwas unterkühlt (war ziemlich warm im Auto) in Richtung Bozen. Bei leichtem Rückenwind und hoher Trittfrequenz wurde uns jedoch gleich warm. Kurz nach der Autobahnausfahrt Bozen-Nord war uns dann richtig warm, vorallem weil der Anstieg ins Eggental anstand. Da gleich 2 sehr lange Tunnels hintereinander kamen (jeweils 1 – 1,5 km lang) waren wir nicht sicher, ob wir hier richtig sind. Von Fahrverbot für Radfahrer stand allerdings nichts, also durch. Es war so wenig Verkehr, wir konnten sogar zeitweise nebeneinanderfahren. Der Vorschlag von Pantani: „Wir könnten doch hier im Winter auch 10 mal die Tunnels auf und niederfahren“ war nicht ganz ernst gemeint. Die Steigung ins Eggental kann man als typisch italienisch bezeichnen: stetig, aber nichtextrem steil und gleichmäßig. Nach kurzem Durchfahren des heutigem kältesten Teils – dem Industriegebiet von Welschnofen bei 0 Grad – war es dann in der Sonne mit Blick auf das Latemarmassiv gleich wieder recht warm bei 10 Grad plus. Wenige Kehren trennten uns dann noch vom Ort Karrersee bzw. dem Karrerpaß, wo wir uns schnell einen Riegel einverleibten und uns kleidungsmäßig auf die folgende Abfahrt bzw. Anfahrt ins 20km und 300 Hm tiefergelenge Canazei vorbereiteten. Auf dieser Fahrt lernten wir einen lustigen Italiener mit Carbonrenner kennen und plauderten mit ihm über Radmarathons und den jüngsten Dopingfall beim Ötztalmarathon. Der war ihm auch schon bekannt. Er lud uns zum Kaffee ein, wenn wir das nächste mal in der Gegend sind. Wir sollen einfach nach Hugo fragen, der immer mit dem Rennrad fährt, dann finden wir ihn schon …  
Der Aufstieg zum Sellajoch war dann auch der Höhepunkt der heutigen Tour. Landschaftlich kaum zu toppen mit wunderbarem Rundumblick und erwärmenden Temperaturen.Auf der Paßhöhe hatte dann gott sei dank noch das Gasthaus offen und wurde uns ein Cappuccino und ein Apfelstrudel mit einer nicht definierbareren Soße serviert. Geschmeckt hats sehr gut, hoffe wir haben uns aber nicht mit der Schweinegrippe angesteckt. Jetzt stand noch eine ewige Abfahrt durchs winterliche Grödental bevor. Unglaubliche 40 km gings nur bergab. In Klausen angekommen, sind wir noch durch die Altstadt übers Kopfsteinpflaster gefahren und hatten auch noch eine kurze Paris-Roubaix-Einheit. Dann noch 5 km zum Ausradeln nach Waidbruck. „Jetzt brauch i a Bier“ sprach Hr. Steilner und eine wunderschöne Tour war zu Ende!

Daten: 120 km / 2.500 Höhenmeter / Fahrzeit 5 h

    

 

   

 

 

 

 

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